Jubelpaare treffen sich zum Ehejubiläum

„Liebe zeigt sich in den kleinen Dingen des Alltags“

Ehejubiläum in Miltach: Jubelpaare blickten dankbar auf viele gemeinsame Jahre zurück

 

Miltach. Ein Ehejubiläum ist weit mehr als die Erinnerung an einen Hochzeitstag. Es ist ein Anlass, auf gemeinsam Erlebtes zurückzublicken, für schöne Stunden dankbar zu sein und auch jene Zeiten in Erinnerung zu rufen, in denen Zusammenhalt, Geduld und gegenseitiges Vertrauen besonders wichtig waren. Unter diesem Leitgedanken stand der festliche Ehejubiläumsgottesdienst am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche St. Martin in Miltach. 25 Ehepaare waren der Einladung ihrer Heimatpfarrei gefolgt, um Gott für die gemeinsamen Jahre zu danken und um seinen Segen für die Zukunft zu bitten. Das Ehepaar Eckert „Gsucht u. Gfundn“ erfreute mit entsprechenden, hochzeitlichen Liedern. Nach dem Dankgottesdienst waren alle Jubelpaare in das benachbarte Pfarrheim eingeladen, wo der Pfarrgemeinderat einen Empfang bei Sekt und einem schmackhaften Mittagessen vorbereitet hatte.

 

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Frage, was eine Ehe über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg trägt. In seiner Predigt erinnerte der Geistliche Pater Joseph Santhappan MSFS daran, dass eine Ehe nicht einfach aus einer bestimmten Anzahl von Jahren bestehe, sondern vor allem aus unzähligen gemeinsamen Augenblicken. Dazu gehörten der erste Blick, das erste Gespräch, das Ja-Wort am Hochzeitstag, aber ebenso die vielen gewöhnlichen Tage, an denen ein gemeinsames Leben gewachsen sei. Freude und Glück, die Gründung einer Familie, gemeinsame Pläne und Erfolge seien dabei ebenso Teil einer Ehe wie Sorgen, Krankheiten, Enttäuschungen und schwierige Entscheidungen.

 

„Eine lange Ehe ist nicht deshalb kostbar, weil immer alles leicht war. Sie ist kostbar, weil zwei Menschen ihren Weg miteinander gegangen sind – auch dann, wenn der Weg schwierig wurde“, lautete eine zentrale Botschaft der Predigt.

 

Besonders eindrucksvoll verdeutlichte der Geistliche, dass sich die Liebe nicht allein in großen Gefühlen und außergewöhnlichen Ereignissen zeige. Vielmehr seien es häufig die kleinen, unscheinbaren Gesten des Alltags, die eine Partnerschaft lebendig hielten: eine bereits vorbereitete Tasse Kaffee, ein aufmerksamer Blick, eine helfende Hand oder das stille Dasein in schwierigen Stunden. Auch Zuhören, Verzeihen und die Bereitschaft, nach einem Streit wieder aufeinander zuzugehen, gehörten zu den wichtigen Grundlagen einer beständigen Ehe.

 

Manchmal sei ein einziges Wort wichtiger als eine lange Erklärung, hieß es in der Predigt. Ein aufrichtiges „Es tut mir leid“ könne ebenso viel bewirken wie die Zusage: „Ich bin da. Wir gehen da gemeinsam durch.“

 

Ehejubiläum Miltach 2026 Ehejubiläum Miltach 2026

 

Ehejubiläum Miltach 2026  Ehejubiläum Miltach 2026 

 

Mit Blick auf die vielen gemeinsamen Ehejahre würdigte der Geistliche das gewachsene Vertrauen, die Verbundenheit und die Treue der Jubilare. Zugleich erinnerte er daran, dass keine Ehe vollkommen sei und dass es nicht darauf ankomme, eine fehlerfreie Lebensgeschichte vorweisen zu können. Vielmehr gehe es darum, den gemeinsamen Weg mit all seinen Höhen und Tiefen anzunehmen und dankbar auf das zurückzuschauen, was miteinander gewachsen sei.

 

Ein Ehejubiläum sei aber nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern ebenso ein hoffnungsvoller Blick nach vorne. Auch nach vielen Jahrzehnten könne Liebe weiter wachsen und sich verändern. Gerade in einer schnelllebigen Zeit seien langjährige Ehen ein wertvolles Zeichen dafür, dass Treue, gegenseitige Achtung und die Bereitschaft zur Versöhnung ein Leben lang tragen könnten.

 

Besonders bewegend war der Gedanke, dass zu einer gemeinsamen Lebensgeschichte auch jene Menschen gehörten, die inzwischen verstorben sind. Eltern, Verwandte, Freunde und andere Wegbegleiter hätten die Ehepaare über viele Jahre begleitet und ihre Spuren hinterlassen. Auch ihrer wurde im Gebet gedacht.

 

Die Feier stand ganz im Zeichen der Dankbarkeit für das gemeinsam Erlebte und des Vertrauens auf Gottes Begleitung. Dabei wurde deutlich, dass der schönste Ausdruck einer langjährigen Ehe vielleicht in einem einfachen Satz liege: „Es ist schön, dass du da bist. Und ich bin dankbar, dass wir unseren Weg miteinander gehen dürfen.“

 

Nach der Predigt reichten sich die Jubelpaare die Hände und erneuerten vor der Kirchengemeinde ihr Eheversprechen, dankten Gott für die gemeinsamen Jahre und baten um den Segen für die Zukunft. Zum Schluss des Gottesdienstes gratulierte der Priester, zusammen mit Martina Fuchs, Sprecherin des Pfarrgemeinderates Miltach jeden Jubelpaaren und überreichten eine rote Rose und später im Pfarrheim eine Ehekerze. Pfarrer Santhappan dankte den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates für das Vorbereiten des anschließenden Empfanges im Pfarrheim und der Mesnerin Elisabeth Röhrl für das Herrichten der Pfarrkirche.

 

Nach dem Erinnerungsfoto in der Kirche fanden sich die Jubelpaare im Pfarrheim „St. Martin“ ein. Hier begrüßte Martina Fuchs, Sprecherin des Miltacher Pfarrgemeinderates die Gäste, besonders auch Bürgermeister Mario Höcherl. Sie dankte dem PGR für die vorzügliche Vorbereitung der Bewirtung. 

 

Ehejubiläum Miltach 2026 Ehejubiläum Miltach 2026

 

Ehejubiläum Miltach 2026  Ehejubiläum Miltach 2026 

 

Jubelpaare aus der Pfarrgemeinde

Die Teilnahmeliste zum Ehejubiläum 2026 dokumentiert eine große Bandbreite an Ehejahren – von zehn gemeinsamen Jahren bis hin zu 65 Jahren Ehe.

 

Auf zehn Ehejahre blicken Christina und Martin Haimerl, Anna und Massimo Schisa, Tina und Tobias Nemmer, Cindy und Philipp Bauer, Christina und Simon Graßl sowie Sabrina und Dominik Schmidt zurück. Ihr 15-jähriges Ehejubiläum feiern Stefanie und Florian Wagner sowie Christiane und Stefan Brzoska.

 

Seit 20 Jahren verheiratet sind Birgit und Martin Kolmer sowie Ulrike Meindl-Loos und Bernd Loos. Auf 25 Ehejahre können Sabine und Robert Gollwitzer, Leticia und Helmut Lorenz sowie Cornelia und Bernhard Wagner zurückblicken.

 

Das 30-jährige Ehejubiläum begehen Claudia und Erwin Pongratz sowie Susanne und Josef Fischer. Christine und Heinrich Kropf feiern 35 gemeinsame Ehejahre.

 

Seit 40 Jahren gehen Christiane und Robert Schmucker, Helga und Georg Griesbeck sowie Martina und Alois Aich gemeinsam durchs Leben. Auf 45 Ehejahre blicken Maria und Heinrich Kerner, Marianne und Josef Röckl, Elfriede und Georg Pangratz, sowie Irmina und Helmut Schmidt zurück.

 

Die Goldene Hochzeit feiern Isolde und Johann Miethaner. Auf besonders viele gemeinsame Jahre können Rosa und Josef Haas mit 65 Ehejahren zurückblicken.

 

Der festliche Anlass machte deutlich, dass jede Ehe ihre eigene Geschichte schreibt. Eine Geschichte voller Erinnerungen, gemeinsamer Erfahrungen und vieler kleiner Zeichen der Zuneigung. So stand am Ende vor allem die Dankbarkeit für die gemeinsam verbrachte Zeit und die Zuversicht, den weiteren Lebensweg miteinander und im Vertrauen auf Gott zu gestalten.

 

 

Text u. Bilder: Christian Röhrl, Miltach

 

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 26. Oktober 2026

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen

Mehr Meldungen finden Sie [hier] im Archiv.