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Kapellen

Neben der Hauptkirche sind im Pfarrbereich weitere Sakralbauten in Form von Kapellen vorhanden.

 

Kapelle

 

Die Seelenkapelle entstand 1721 mehr oder weniger auf den Fundamenten eines Vorgängerbaues. Der Barockaltar enthält ein Bild mit dem Motiv der „sieben Zufluchten“: die hl. Dreifaltigkeit, der Gekreuzigte, das hl. Sakrament, die Gottesmutter, die Engel, die Heiligen und die armen Seelen. Die Seitenwände schmücken Bilder eines Kreuzweges in Hinterglastechnik. Sehenswert ist auch ein großes Bild, das den hl. Johannes Nepomuk darstellt. Noch um 1950 wurde die Kapelle gelegentlich als Leichenhaus benutzt.

 

Kapelle außen

 

Die Maria-Hilf-Kapelle an der Kötztinger Straße stammt aus dem Jahr 1780, wie auf dem Wappenstein über dem Eingang zu lesen ist. Der Rokokoaltar enthält eine Nachbildung des bekannten Gnadenbildes von Lukas Cranach. Auf dem Altartisch ist das Geschehen des letzten Abendmahles abgebildet.  Das Deckengemälde erinnert an die Rückkehr der hl. Familie aus Ägypten. Die zuletzt durchgeführte Renovierung erfolgte 2002, dabei erhielt die Kapelle einen geschlossenen Vorbau aus Holz.  Die bei der Kapelle in die Siedlung führenden Kreuzwegstationen weihte Pfarrer Six am 26. Oktober 1980.

 

Kapelle innen

 

Im Schloss befindet sich im Obergeschoss am Ende des Hauptganges die Hauskapelle. Der Altar stammt vermutlich aus der Mitte des 17. Jahrh. Das Altarbild in der Mitte stellt den hl. Johannes Nepomuk dar, daneben sind die Figuren des hl. Sebastian und des hl. Florian zu sehen. Im November 2009 konsekrierte Pfarrer Sperl die Kapelle neu. Seitdem werden darin gelegentlich Andachten und Gottesdienste gehalten.

 

Kapelle außen

 

Seit 1982 steht am Ortsrand von Anzenberg die Fatimakapelle. Am 18. April 1982 beschlossen die Anzenberger bei einer Zusammenkunft, eine Kapelle zu bauen. Als Standort wählte man eine Fläche am Waldrand oberhalb der Ortschaft, das notwendige Grundstück stellte die Familie Alfons Bergbauer zur Verfügung. Maurermeister Albert Hofmann erklärte sich bereit,  den erforderlichen Bauplan anzufertigen. Die Bauarbeiten begannen noch im Herbst mit dem Abholzen einiger Bäume. Den Erdaushub besorgte der Miltacher Unternehmer Franz Nemmer. Max Raab lieferte den notwendigen Fundamentbeton und die Höhenrieder Bauern fuhren einige Bäume zum Sägewerk  Weber nach Miltach. Alle diese Leistungen geschahen kostenlos.  Ende November konnte schließlich der Dachstuhl auf den kleinen Rohbau aufgesetzt werden. Am 14. August 1983 weihte der apostolische Visitator der Ermländer, Prälat Johannes Schwalke aus Münster, den kleinen Sakralbau. Der damalige Pfarrer Johann Six stand ebenfalls hinter diesem Ansinnen und förderte es auf seine Art. In der Einladung  zum Weihetag am 14. August 1983 schrieb er: „Die Fatimakapelle soll nicht nur eine bauliche Zierde für das Dorf sein, sondern auch ein Ort des Gebetes, der geistlichen Erbauung  und des Heiles“.

 

Fatimakapelle Innen

 

Als Hauptfigur steht auf dem Tischaltar die Muttergottes von Fatima. Zu ihrer Linken befindet sich die Figur des hl. Josef, rechts daneben die des hl. Florian. Beides sind Replikate aus der ARA-Kunst. Die im Außenbereich angebrachten  Totenbretter erinnern an Anzenberger Bürger. Als Eigentümer der Kapelle ist die Kirchenstiftung Miltach eingetragen. Für die bauliche Unterhaltung ist die Dorfgemeinschaft Anzenberg verantwortlich. Regelmäßige Andachten im Jahresablauf fördern das religiöse Leben in dem kleinen Bergdorf.

 

Kapelle außen

 

Bei der Marienkapelle in Riedhof handelt es sich um eine Privatkapelle der Familie Wanninger. Eine Vorgängerkapelle stand früher am Platz neben dem noch bestehenden  Ausnahmshaus . Die jetzige Kapelle wurde 1948 rund 15 Meter südlich davon erbaut. Den Altar ziert eine Nachbildung der Altöttinger Muttergottes, darüber eine Figur mit der  Krönung Mariens. Zur weiteren Innenausstattung  gehören 6 Kreuzwegbilder, die auf Holz gemalt sind. Weiter hängt an der Seite ein größeres Votivbild mit dem hl. Wendelin. Abgebildet ist der Bauernheilige mit Schäferschaufel, Hirtentasche und Horn inmitten seiner Rinder, daneben kniet ein betendes Paar in Trachtenkleidung. Bis vor wenigen Jahren fanden sich die Eismannsberger noch regelmäßig zu Maiandachten ein. Weiter war die Kapelle erstmals am 13. Mai 1980 das Ziel der Miltacher Bittprozession.  

Die kleinen Bauwerke bei der Familie Salzbrunn in Auwies (1996) und das bei der Familie Kollmer in Untervierau (2000) können nicht als Kapellen bezeichnet werden, sie sind mehr unter den Begriff „Bildstock“ einzuordnen.

 

 

Aus der Geschichte der Maria-Hilf-Kapelle

 

1780 wurde das Kleinod am Ortseingang von Miltach durch die Schönprunner erbaut. Heute wird sie von den Nachbarn gepflegt.

 

Maria-Hilf-Kapelle (alt)   

Der Bau der Marien-Kapelle am Ortseingang von Miltach geht höchstwahrscheinlich auf das Jahr 1780 zurück, wie aus einer Kalksteinplatte über dem Eingang zu erfahren ist. Das steinerne Dokument enthält neben dem Wappen der damaligen Schlossbesitzer folgende Inschrift:

„I. N. W. F. v. S. V. M. H. et K. A. 1780“. Diese Buchstaben stehen für „Johann Nepomuk Wenzel Freiherr von Schönprunn auf Miltach, Heitzelsberg und Krailing“.

In „Kunstdenkmäler Bayern, Bezirksamt Kötzting“, wird 1922 für den Sakralbau ein kleiner rechteckiger, flachgedeckter Innenraum mit Rundchor angegeben. Die Einrichtung bestand damals hauptsächlich aus einem Rokokoaltärchen aus der Zeit um 1780. Neben einigen kleinformatigen Apostelbildern befand sich hier das Holzrelief „Mariens Tod“, eine Arbeit der Spätgotik um 1520.

Kapellen-Kunst für die Kirche

Diese kunsthistorisch wertvolle Darstellung befindet sich jetzt im Chorraum der Pfarrkirche. Das Deckenfresko zeigt die Heilige Familie bei der Rückkehr aus Ägypten. Vier Fenster erhellen den Innenraum. Bis zum Zweiten Weltkrieg befanden sich in dem sechseckigen Türmchen noch zwei kleine Glocken, von denen die ältere nach den Aufzeichnungen von Expositus Holzgartner einen kunstgeschichtlich hohen Wert besaß. Der untere Durchmesser betrug 27 Zentimeter. Die weiter oben hängende Glocke ohne Inschrift war neueren Datums. Sie wog 18 Kilogramm. Allem Anschein nach goss sie 1837 Josef Anton Spannagl in Regensburg.

 

Der Eingangsbereich zur Straße hin wurde von einer hölzernen Vorhalle geschützt. Hier und im weiteren Außenbereich standen bis 1935 zahlreiche Totenbretter, wie auf alten Fotos zu sehen ist. Nicht unerwähnt soll der Brunnenauslauf links des ehemaligen Treppenaufganges sein, der selbst in niederschlagsarmen Jahren Wasser spendete. Inzwischen ist der Brunnenauslauf verschwunden. Eine Chronik berichtet, dass die Kapelle irgendwann durch Blitzschlag abbrannte. Da sich Freiherr von Schönprunn in finanziellen Schwierigkeiten befand und sich nicht um den Wiederaufbau kümmerte, übernahmen die Ortsbewohner die Instandsetzung. In der Pfarrregistratur gibt es folgendes Protokoll über den Vorgang: „Michl Zankl von Schwarzendachsberg sagte am 28. Oktober 1895 aus. Die Kapelle wurde 1831 wieder erbaut und im Advent 1831 durch Pfarrer Xaver Eibl aus Chamerau eingeweiht. Das benötigte Holz schenkte Baron Schönprunn. Die Steine brachten die Einwohner von Miltach, Höhenried, Kreuzbach und Oberndorf unentgeltlich. Den Kalk kaufte Matthias Zankl, ein gebürtiger Miltacher, der bei Graf Preysing, Moos, als Hausmeister angestellt war“.

Mehrmals renoviert

Auch danach waren laufend größere Renovierungen und kleinere Ausbesserungen notwendig, so zum Beispiel 1938 und 1975. Bei der letzten Renovierung wurde ein Glasbehälter entdeckt, in dem sich ein Schriftstück mit folgendem Text befand: „Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Im Jahre des Heils, im 17. Jahr der glorreichen Regierung Sr. Heiligkeit des Papstes Pius XI., als Exzellenz Dr. Michael Buchberger, Bischof von Regensburg, Gottfried Wensauer, Expositus in Miltach war, als Adolf Hitler Kanzler des Deutschen Reiches, Karl Griesbeck kommissarischer Bürgermeister von Miltach war, konnte im Juli und August Mariahilf-Kapelle bei Miltach dank des Opfersinns der Expositurangehörigen gründlich restauriert werden. (...) Kirchenverwaltung Miltach: Alois Wanninger, Oberndorf; Johann Früchtl, Eben; Xaver Holzfurtner, Miltach; Paul Vogl, Oberndorf; Ludwig Breu, Miltach.“

 

Bei diesen Arbeiten bekam das sechseckige Türmchen vermutlich auch seine Blechverkleidung. Auf historischen Fotos sind die Einschusslöcher zu sehen, die von übermütigen US-Soldaten stammten.

(Bildquellen: Christian Röhrl, Erwin Vogl, www.idowa.de, www.mittelbayerische.de)