Gemeinsames Singen bereichert das Leben

Der Milbach-Chor besteht seit 2015 – Jahresfeier bei Familie Graßl

 

Miteinander zu singen schafft ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Man erzeugt nicht nur gleichzeitig irgendwelche Töne, sondern es ergeben sich dabei auch die wichtigen sozialen Kontakte für den Einzelnen. So ist es auch beim „Milbach-Chor“, der  das seit 10 Jahren  umsetzt. Beim traditionellen Jahrtagsessen in den Räumen der Familie Graßl wurde dieser Anlass auch entsprechend gefeiert. Eingeladen waren dazu auch die Ehefrauen der Sänger. Chorleiter Hans Graßl zog dabei Bilanz über das zurückliegende Jahrzehnt des gemeinsamen Singens. Überwiegend gestaltet der Männerchor die Trauergottesdienste in Miltach und Blaibach: „und ich weiß, die betroffenen Angehörigen schätzen diesen Dienst sehr“, sagte der Chorleiter.

 

Bis auf eine Ausnahme war der Chor am Montag vollzählig, als Hans Graßl seine Sängerfreunde begrüßte. Als Neuzugang hieß er Herbert Röll aus Miltach in der Runde herzlich willkommen. Wie in der Vergangenheit übernahm auch diesmal Familie Graßl die Bewirtung der Gäste mit einem reichlichen Buffet. 

 

Wie es begann

Danach erinnerte Leiter Hans Graßl über die Anfänge des Chores im Dezember 2015. Seitdem gestalten die Männer aus Miltach und Blaibach (wie der Name Milbach verrät) in der Pfarrgemeinschaft meistens die Trauergottesdienste, singen im dreistimmigen Satz auch geistliches Liedgut bei Jahrtagsfeier von Vereinen und sind bereits zweimal erfolgreich bei Konzerten aufgetreten. Mit einer Ausnahme sind alle Mitglieder bereits im Ruhestand. Da in Blaibach Karl Trenner nach einem Unfall als Organist ausfiel, sollte auf Wunsch von Pfarrer Sperl der als ausgebildeter nebenberuflicher Kirchenmusiker Hans Graßl seine Stelle übernehmen. Dies wollte er allerdings nicht in dieser Form, vielmehr brachte er den Vorschlag zur Gründung eines Männerchores. Die erste Probe der Männer war am 10. Dezember 2015.

 

Sozusagen im „Schnellverfahren“ übten danach die acht Gründungsmitglieder ein lateinisch gesungenes Requiem ein. Dazu wurde die sog. „Papageienmethode“ angewandt. Für jede Stimmlage gab es eine CD, mit der die Mitglieder zu Hause ihren Part einüben konnten. Nach vier Wochen wurde in Miltach bereits die erste Beerdigung musikalisch mitgestaltet. In den späteren Jahren bestand das Repertoire mehr in deutsch, mit dem emotional mehr ausgedrückt und vermittelt werden kann. Bei ihren Auftritten tragen die Männer schwarzen Anzug, weißes Hemd und Krawatte mit stilisiertem Notenschlüssel. Im November 2017 erhielt der Chor durch Kirchenmusiker Georg Jahr eine zusätzliche Stimmbildung.

 

Inzwischen ist der Chor auf 15 Mitglieder angewachsen. Einsätze gab es im zurückliegenden Jahrzehnt neben den rund 200 Beerdigungen zusätzlich noch bei Adventsgottesdiensten, bei der Abschiedsfeier für Pfarrer Sperl auch die Gestaltung von Jahrtagsgottesdienste für Vereine. Höhepunkt war ohne Zweifel der gemeinsame Auftritt mit dem Chor „Ton-Art“ aus Viechtach im Konzerthaus mit mehr als 200 Besuchern. Ein weiteres Ereignis war das Mitwirken im Projektchor „SchoCo“ im Dezember 2024 bei einem Adventssingen. Weiter in Erinnerung bleibt der Freiluftauftritt bei der Ameiskapelle mit der „Waldlermesse“. Allein im Vorjahr konnte der Laienchor mit 12 Beerdigungen in Blaibach und in 7 in Miltach  alle Terminwünsche erfüllen.

 Milbach Chor 2026 

Zum Schmunzeln und Nachdenken

Den folgenden, mehr unterhaltsamen Teil des Festabends eröffnete Hans Graßl (Orgel) und Sohn Stefan (Trompete) mit einem weihnachtlichen Potpourri, ehe Sohn Johannes eine launische Geschichte vortrug, in der ein junger Mann für den Eintritt in die Feuerwehr überzeugt werden konnte. Danach die etwas nachdenklich stimmenden Bitten eines Waldlers an die Mutter Gottes. Sie soll mit ihrem Sohn sprechen, um die Probleme der Welt zum Guten zu wenden. Gewissermaßen eine Uraufführung war das von Alois Pielmeier  getextete „Miltach-Lied“, das er zusammen mit Martin Vogl vortrug. Mit dem berührenden „La Montanara“, ein Liebeslied an eine Bergbewohnerin, erinnerte Heinz Schmalzbauer an eine Fahrt  an den Gardasee. Er hatte das Lied eigens in der Originalsprache eingeübt und brachte es als Solist zu Gehör. Den Schluss bildete „Stille Nacht“ mit Orgel und Zither, die Marialuise Graßl spielte. 

 

Im Namen der Chormitglieder bedankte sich Wolfgang Sterr beim Ehepaar Graßl für die beständige Gastfreundschaft, „um die uns andere Chöre beneiden können, denn es vergeht kein Probenabend, an dem Marialuise Graßl nicht zu einer Bewirtung einlädt“. Zum Dank und Anerkennung gab es Geschenke für die beiden.

 

Text u. Bilder: Erwin Vogl, Miltach

 

 

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Veröffentlichung

Sa, 10. Januar 2026

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