Sternsinger sind in den kommenden Tagen wieder unterwegs

Sternsingeraktion 2026: Schule statt Fabrik – Sternsinger gegen Kinderarbeit

Miltacher Ministranten sammeln gerne – Bangladesch ist heuer Amazonien

 

Der Jahreswechsel steht in der Pfarrgemeinde St. Martin in Miltach wieder im Zeichen der Sternsingeraktion. Am zweiten Tag des neuen Jahres, am Freitag, machen sich die Ministrantinnen und Ministranten als Sternsinger auf den Weg durch die Regentalgemeinde, um den Segen „Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen zu bringen und Spenden für notleidende Kinder in aller Welt zu sammeln.

 

Anpassungen bei der Durchführung

Wie bereits in den vergangenen Jahren stellt die Organisation der Sternsingeraktion auch 2026 eine Herausforderung dar. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die aktiv teilnehmen können, ist rückläufig. Trotzdem dass sich in diesem Jahr eine recht stattliche Zahl an Sternsingern gemeldet hat, blieben die Organisatoren beim bisherigen Rhythmus. Es ist nicht mehr möglich, alle Haushalte der gesamten Pfarrgemeinde innerhalb eines Jahres persönlich zu besuchen. Die Verantwortlichen haben daher erneut ein angepasstes Konzept erarbeitet.

 

In diesem Jahr werden die Sternsinger bestimmte Ortsteile und auswärtige Ortschaften besuchen. Andere Bereiche der Pfarrgemeinde erhalten stattdessen ein Schreiben mit dem traditionellen Segensaufkleber für die Haustür. Dieser wird zuvor im Neujahrsgottesdienst gesegnet. Die Kuverts werden von den Ministranten oder erwachsenen Personen aus der Pfarrgemeinde in die Briefkästen eingeworfen. Gleichzeitig besteht für alle Haushalte die Möglichkeit, eine Spende abzugeben, die entweder in der Pfarrkirche oder im Pfarrheim eingeworfen werden kann.

 

Weltweit größte Solidaritätsaktion

Die Sternsingeraktion gilt als die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Seit ihrem Beginn im Jahr 1959 wurden mehr als 1,3 Milliarden Euro gesammelt. Mit diesen Mitteln werden Hilfsprojekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Finanziert werden unter anderem Bildungsangebote, medizinische Versorgung, Maßnahmen zum Kinderschutz sowie Projekte zur Stärkung von Kinderrechten.

 

Die Aktion Dreikönigssingen 2026 steht unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Als Kinderarbeit bezeichnet man Einkommen schaffende Tätigkeiten, für die Kinder zu jung sind, die sie vom Schulbesuch abhalten und die ihrer Gesundheit und Entwicklung schaden. Ausbeuterische Kinderarbeit verletzt Kinderrechte und ist international verboten. Wenn Kinder dagegen gelegentlich im Haushalt helfen oder nach der Schule einer zeitlich begrenzten, ungefährlichen Tätigkeit nachgehen, ist das keine Kinderarbeit. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht. 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel. 

 

Partnerorganisationen der Sternsinger setzen sich in vielen Ländern dafür ein, Kinder aus Arbeit zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Sie organisieren Förderkurse, um Kinder wieder einzuschulen und zu verhindern, dass sie die Schule abbrechen. Die Partnerinnen und Partner helfen arbeitenden Jugendlichen, einen Abschluss z.B. an Abendschulen zu machen. Sie sensibilisieren Eltern, Gemeinden, Unternehmen und Behörden für Kinderrechte, insbesondere für die Rechte auf Schutz und Bildung. Nur wenn diese Rechte umgesetzt werden, lässt sich der Teufelskreis von Armut, Kinderarbeit und fehlenden Aufstiegschancen durchbrechen.

 

Ablauf der Aktion

Die Sternsinger werden in ihren festlichen Gewändern mit Stern und Segensspruch ab dem Freitag Morgen in folgenden Ortsteilen von Miltach unterwegs sein:

 

Kapellensiedlung, Tiefental, Flammried, Oberndorf. Sowie Untervierau, Eismannsberg, Eben, Höhenried, Anzenberg, Heizelsberg und den anderen kleineren auswärtigen Ortsteilen der Pfarrei. Die Pfarrgemeinde bittet die Bevölkerung um eine freundliche Aufnahme der Kinder. Jede Spende trägt dazu bei, die Lebensbedingungen von Kindern in ärmeren Regionen der Welt zu verbessern.

 

Den Abschluss der Sternsingeraktion bildet eine Rückkehrfeier im Gottesdienst am kommenden Sonntag, 04.01. um 10 Uhr. Dabei übernehmen die Sternsinger den Ministrantendienst und übergeben ihre gesammelten Spenden. Gleichzeitig werden Dreikönigswasser, Weihrauch und Kreide gesegnet. Nach dem Gottesdienst werden Dreikönigspäckchen angeboten und das geweihte Wasser an die Gläubigen ausgegeben.

 

Die Pfarrgemeinde St. Martin hofft auch 2026 auf die Unterstützung der Bevölkerung und dankt bereits im Vorfeld allen Beteiligten, insbesondere den Kindern und Jugendlichen, sowie den erwachsenen Begleitern, die mit ihrem Einsatz ein Zeichen der Solidarität setzen.

 

Text u. Bilder: Christian Röhrl, Miltach

 

 

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 29. Dezember 2025

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen

Mehr Meldungen finden Sie [hier] im Archiv.