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Friedenslicht aus Bethlehem in Miltach - "Nacht der Lichte"
„Die Hirten – Ehre sei Gott“
Eine Feier der Stille, Hoffnung und des gelebten Friedens
In einer Atmosphäre von Stille, Licht und meditativer Musik versammelten sich zahlreiche Gläubige zur Andacht zum Friedenslicht 2025 unter dem Leitwort „Die Hirten – Ehre sei Gott“. Der Kirchenraum unserer Pfarrkirche war bewusst schlicht und zugleich eindrucksvoll gestaltet: Vor dem Altar brannte die Friedenskerze, ein Sternenhimmel spannte sich über die Decke, leise Musik lud zum Innehalten ein. So wurde der Rahmen geschaffen für eine Feier, die Herz und Sinne gleichermaßen ansprach.
Pater Joseph Santhappan MSFS eröffnete die Andacht mit einer herzlichen Begrüßung und führte die Gemeinde in die adventliche Zeit der Stille, des Nachdenkens und des Gebets. Im Zentrum stand der Friedensgruß der Engel aus dem Lukasevangelium: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ Dieser Zuspruch bildete den roten Faden der gesamten Feier.
In seiner Einführung erinnerte Pater Joseph daran, dass das Friedenslicht seinen Ursprung in Bethlehem hat – an jenem Ort, an dem Gott selbst Mensch wurde. Das Licht sei ein starkes Zeichen der Hoffnung, des Glaubens und der Liebe und zugleich ein Auftrag: ein Licht, das stärker ist als jede Dunkelheit.
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Die Hirten im Mittelpunkt
Inhaltlich stand die Gestalt der Hirten im Zentrum der Andacht. Franz Strigl griff diesen Gedanken auf und zeichnete ein eindrückliches Bild ihres Lebens: einfache Menschen, wachend in der Nacht, gesellschaftlich gering geschätzt und dennoch die Ersten, denen sich der Himmel öffnet. Gerade ihnen wird die Geburt des Erlösers verkündet. In der biblischen Tradition, so wurde betont, ist Gott selbst der gute Hirte – der schützt, heilt, sucht und Frieden schenkt. Jesus Christus wird so als der wahre Hirte und Heiland erfahrbar.
Das gemeinsame Gebet der Hirten, gesprochen von Pater Joseph, griff diese Gedanken auf. Die Gemeinde bat um wache Herzen, Mut zum Aufbruch und die Bereitschaft, das empfangene Licht weiterzutragen – so wie es die Hirten taten.
Das Evangelium und das Licht
Nach der Verkündigung des Evangeliums (Lk 2,8–14) wurde die Botschaft der Engel hörbar und spürbar: „Fürchtet euch nicht.“ Worte, die angesichts von Krieg, Angst, Unsicherheit und Einsamkeit in der heutigen Welt besondere Aktualität besitzen.
Ein besonderer Moment war das Entzünden des Lichts an der Friedenskerze. Sprecherin Bärbel Holzapfel lud die Gemeinde ein, sich selbst als Hirten unserer Zeit zu verstehen – wachsam, hoffend, erinnernd daran, dass Licht wächst, wenn man es teilt. Während leiser Musik wurde das Friedenslicht von Kerze zu Kerze weitergegeben. Der Kirchenraum füllte sich sichtbar mit warmem Licht – ein starkes Symbol dafür, dass Hoffnung sich vervielfältigt, wenn Menschen sie weiterreichen.
Auf dem Weg nach Bethlehem
In meditativen Texten und litaneiartigen Rufgebeten machte sich die Gemeinde gemeinsam „auf den Weg nach Bethlehem“. Unterschiedliche Lebenssituationen, Sorgen, Hoffnungen, Ängste und Freuden wurden bewusst vor Gott getragen. Die Andacht machte deutlich: Frieden beginnt im Kleinen – wie eine Flamme, wie ein Kind in der Krippe.
Das gemeinsame adventliche Gebet nach Psalm 23 vertiefte diese Erfahrung. Gott wurde als guter Hirte angerufen, der durch dunkle Täler führt, Trost schenkt und Zuversicht wachsen lässt.
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Gedanken, Geschichten und Fürbitten
Eine erzählerische Betrachtung über das Friedenslicht aus Bethlehem (Sprecherin Lucia Heigl) ließ die Weihnachtsbotschaft lebendig werden. Die Geschichte vom jungen Hirten Eliab machte deutlich: Das Licht Christi ist dazu bestimmt, durch Menschen weitergetragen zu werden.
Andrea Neumeier stellte in ihren Gedanken die Hirten als Vorbilder vor Augen: schweigend wartend, hellwach, hörbereit, mutig, beweglich und dankbar. Immer wieder klang die Frage nach: „Und wir?“
In den Fürbitten brachte die Gemeinde die Nöte der Welt vor Gott: die Vergessenen am Rand, die Leidenden in Krieg und Angst, die Kirche, die Suchenden, die Flüchtenden und alle, die Licht in das Leben anderer bringen. Die Antwort „Gott, unser Hirte: Wir bitten dich, erhöre uns“ verband die einzelnen Anliegen zu einem gemeinsamen Gebet.
Sendung und Segen
Am Ende der Andacht rief Pater Joseph dazu auf, das Friedenslicht nicht nur nach Hause zu tragen, sondern im Alltag lebendig werden zu lassen – in Familien, Nachbarschaften, am Arbeitsplatz und überall dort, wo Menschen einander begegnen. Beim Friedensgruß wurde diese Sendung konkret erfahrbar.
Im abschließenden Segen wurde die Gemeinde ermutigt, ohne Furcht in die Welt zu gehen, getragen von der Gewissheit: Gottes Licht ist stärker als jede Dunkelheit.
Die Andacht zum Friedenslicht 2025 war eine eindrucksvolle Feier der Stille und der Hoffnung. Sie schenkte Raum zum Innehalten, zum Gebet und zur Erneuerung des Friedensauftrags. Wie die Hirten in der Heiligen Nacht sind auch wir eingeladen, Lichtträgerinnen und Lichtträger zu sein – Boten des Friedens in einer Welt, die ihn so dringend braucht.
Text u. Bilder: Christian Röhrl, Miltach
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