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Pfadfinder aus Berlin verweilen in unserem Pfarrheim
Und plötzlich stehen Pfadis vor der Tür
Jugendliche vom Verband christlicher Pfadfinder*innen (VCP) vom Stamm der Ortsgruppe Freddy Hirsch aus Berlin - Kreuzberg
„Hallo, dürfen wir etwas fragen?“ So stehen Matthieu (21) und Mathilda (19) bei Kirchenpfleger Christian Röhrl vor der Haustüre. „Ja klar, was gibt’s?“ „Hätten Sie eine Scheune oder eine Halle? Wir suchen für die Nacht einen Platz zum Lagern für sechs Jugendliche“.
Eine Scheune können wir leider nicht anbieten, aber eine trockene Bleibe im Saal des Pfarrheimes „St. Martin“. Dort ist es geräumig, Toiletten sind vorhanden und Isomatten und Schlafsäcke haben die sechs selber dabei. Es sind Pfadfinder, die mit 60 weiteren Jugendlichen aus Berlin-Kreuzberg in den Bayerischen Wald gekommen waren.
Von der Sippe „Pinguin“
Schnell kommen wir ins Gespräch. Die Pfadfinder von der Sippe „Pinguin“ vom Verband christlicher Pfadfinder*innen (VCP) vom Stamm der Ortsgruppe Freddy Hirsch Kreuzberg erzählen: „Wir sind mit unserem Lagern in Ahrain beim Bauer Früchtl unten auf der Wiese am Regen-Fluss. Von dort aus sind wir am Montag zu unserem Hajk gestartet und nach Viechtach gewandert. Hier durften wir beim 1. Bürgermeister Franz Wittmann übernachten.“ Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Miltach, hier haben die sechs (Elisha 14 Jahre, Marie 14 Jahre, Matthieu 21 Jahre, Mathilda 19 Jahre, Aturo 13 Jahre und Jim) schließlich eine Übernachtungsmöglichkeit im Pfarrheim gefunden.
Der erste freundliche Eindruck der Gruppe bestärkt sich, offen erzählen sie in Miltach, wie lange sie schon bei den Pfadfindern sind und woher sie kommen. Mathilda zum Beispiel stammt aus den Niederlanden und ist seit acht Jahren bei den Pfadis. Oder Matthieu, der bereits 14 Jahre bei den Pfadis ist und ursprünglich aus Frankreich kommt. Er erzählt: „ In Frankreich ist das spontane Lagern nicht so einfach. Und wie offen die Bayern die Pfadis aufnehmen.....“
Es geht weiter nach Bad Kötzting
Einen Tag später geht es für fünf Jugendlichen weiter nach Kötzting. Dort kommen sie auch recht schnell wieder bei freundlichen Gastgebern (Carola Höcherl-Neubauer) unter. Jim muss sich leider abholen lassen und ins Lager nach Ahrain zurück, sein Knöchel war angeschwollen und es ging für ihn leider nicht mehr zu Fuß weiter.
Beim Brotzeit machen in Bad Kötzting erfahren die dortigen Gastgeber noch viel mehr über die Sippe „Pinguin“, der in der Fahne als Motiv für die Pfadis steht. „Wir haben über das Jahr verteilt verschiedene Lager, also Treffen vom ganzen Stamm, bei denen wir über einen längeren Zeitraum zusammen sind. Gerade sind wir auf dem Sommerlager, wo wir auf einem Platz unsere Jurten aufbauen und dort die nächsten zwei Wochen sind. Ausgenommen ist der Haik, bei dem wir eine vier Tage lange Wanderung durch die nähere Umgebung von cirka vierzig Kilometer vom Lagerplatz Ahrain nach Viechtach, Miltach, Bad Kötzting und zurück zum Lagerplatz machen. Das Sommerlager ist jedes Jahr woanders, diese Jahr sind wir im Bayerischen Wald auf einer Wiese im Ahrain in Prackenbach. Die letzten zwei Sommerlagen waren zum Beispiel in Schweden und in der Slowakei. Nächstes Jahr ist das Deutschland-Lager, bei dem sich alle Pfadfindergruppen vom Verband Christlicher Pfadfinder zusammentreffen.“
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Abends Pizza und Sterne
Nach dem Austausch machen sich die jugendlichen Pfadis auf ins Aqacur. Das Plantschen, Schwimmen und Reifenrodeln dort hat ihnen Spaß gemacht. Eine Runde Pizza und Sterne gucken steht noch bei guter Witterung im Garten auf dem Programm, bevor die Kids in die Schlafsäcke schlüpfen.
Langes Ausschlafen, Katzenwäsche und Frühstück zubereiten steht am Morgen auf dem Programm. Auf dem Gaskocher wird Porridge von Mathilda gemacht, Elisha und Marie schneiden Äpfel. Aturo und Matthieu bereiten den Tisch vor. Alles geht Hand in Hand.
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Für die Gastgeber in Bad Kötzting war es ein super netter Austausch mit mega sympathischen Pfadis aus Berlin-Kreuzberg samt der Einladung an die Gruppe, wenn sie wieder in der Gegend sind vorbeizukommen und gerne wieder hier zu lagern.
In Miltach eine weitere Gruppe und ein Lagerbesuch
Auch in der folgenden Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kommen am Abend bei Kirchenpfleger Christian Röhrl in Miltach Jugendliche an und fragen nach, ob auch sie im Pfarrheim übernachten dürfen. Die Entscheidung war recht schnell gefallen. Die sechs Jungs richteten sich im Saal gemütlich ein. Sie gingen zum Regenfluss um sich dort bei einem kühlen Bad zu waschen. Am Abend stand das gemeinsame kochen einer leckeren Gemüselasagne auf dem Programm. Die geräumige Küche war für die Pfadis eine tolle Gelegenheit zusammen am Herd zu stehen. Interessante Gespräche mit den Jugendlichen über ihre Ziele und ihre Ausbildung, ihre Pfadfinderwege und über den Bayerischen Wald ließen die Zeit schnell vergehen. Sowohl die Miltacher Gastgeber, als auch die sechs Jungs berichteten viel von sich, der Gruppe und der ostbayerischen Heimat. Gegen Mittag ging es dann weiter über Blaibach und Wimbach zum gemeinsamen Zeltplatz.
Foto: Jim Hornstein
Am Wochenende darauf hat Christian Röhrl dann noch sein Versprechen eingelöst und die Pfadfindergruppe, zusammen mit Mesnerin Elisabeth Röhrl, in Ahrain besucht. Das „Hallo“ war groß, als beide auf dem Zeltplatz ankamen. Die verschiedenen Zelte und Jurten wurden ihnen vorgestellt. Dankbar waren die Pfadfinder über die große Packung mit süßen Leckereien welche die Miltacher von der hiesigen Waffelfabrik mitgebracht hatten. Noch bis zum darauffolgenden Donnerstag blieben die Pfadfinder lagernd am Regen, bevor es mit Bussen wieder zurück nach Berlin ging.
Text und Bilder: Carola Höcherl-Neubauer, Bad Kötzting
(bearbeitet und ergänzt von Christian Röhrl, Miltach)
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