Vor 40 Jahren erfolgte die Weihe der neuen Kirche

Pfarrkirche "St. Martin" wurde 1976 feierlich eingeweiht

Diese Kirche aus Stein soll nicht nur toter Stein, sondern Mitte und Zeugnis einer Kirche aus lebendigen Herzen echter Christen sein.

 

Morgen Sonntag, 07. August, feiert die Pfarrgemeinde Miltach ihren 3. Triduumsgottesdienst zur Vorbereitung auf das Pfarrjubiläum am 11. September, welches ebenfalls mit einem Festgottesdienst und dem anschl. Pfarrfest in der Mehrzweckhalle gefeiert wird.

 

Für den Sonntagsgottesdienst morgen um 9.45 Uhr konnten die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde „St. Martin“ den Weihbischof Dr. Josef Graf aus Regensburg als Hauptzelebranten und Prediger gewinnen. Der Weihbischof war bereits vor gut sieben Wochen in der Regentalgemeinde, dabei hat er bei der Firmspendung 56 jungen Christen aus den beiden Pfarrgemeinden Miltach und Blaibach dieses heilige Sakrament gespendet. Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde von Miltach würden sich sehr freuen, wenn zum morgigen Festgottesdienst möglichst viele Gläubige aus Miltach und Blaibach kommen können. Die Firmlinge aus beiden Pfarrgemeinden sind ebenfalls zur Teilnahme aufgerufen. Die Heilige Messe wird von den Martinssängern mit der Lateinischen Messe, weiteren Gesangssolisten, der Bläsergruppe unter der Leitung von Josef Pielmeier und mehreren Ministranten besonders festlich gestaltet.

 

Zur Person von Weihbischof Dr. Josef Graf:

Josef Graf wurde am 30. Juni 1957 in Riedenburg an der Altmühl geboren. Nach den Grundschuljahren in seinem (im heutigen Landkreis Eichstätt gelegenen) Heimatdorf Pondorf besuchte er seit 1968 als Zögling des Bischöflichen Studienseminars Westmünster das Albertus-Magnus-Gymnasium in Regensburg, an dem er im Jahre 1977 das Abitur ablegte. Es folgte der Eintritt in das Priesterseminar Regensburg und der Beginn des Studiums der Katholischen Theologie an der Universität Regensburg. 

 

Ab 1979 studierte Josef Graf als Mitglied des Collegium Germanicum an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Im Jahre 1983 wurde er in Rom zum Priester für die Diözese Regensburg geweiht. Nach Kaplansjahren in der Regensburger Stadtpfarrei St. Josef Reinhausen setzte er seine Studien in Rom bis zur Promotion im Jahre 1989 fort.  Ab 1989 versah Dr. Josef Graf die Stelle des Spirituals am Priesterseminar Regensburg. Neben dieser Hauptaufgabe im Priesterseminar wurden im Lauf der Jahre mehrere Nebenämter verliehen. So war er Leiter des Exerzitiensekretariates der Diözese Regensburg, Spiritual einer kleinen Regensburger Schwesterngemeinschaft und Seelsorger der Katholischen Studentenverbindung Rupertia. Ferner war er in der geistlichen Fortbildungsarbeit tätig. Im Jahr 2007 wurde ihm der Titel eines päpstlichen Ehrenkaplans (Monsignore) verliehen. 

 

Papst Franziskus hat der Bitte des Regensburger Bischofs, Rudolf Voderholzer, entsprochen und den langjährigen Spiritual des Priesterseminars, zum Weihbischof des Bischofs von Regensburg ernannt und ihm den Titularsitz von Inis Cathaig (Irland) zugewiesen. Am 07. Juni 2015 wurde Msgr. Dr. Josef Graf im Hohen Dom St. Peter in Regensburg zum Bischof geweiht. 

Quelle: Diözese Regensburg 

 

Für die Pfarrgemeinde Miltach ist es eine sehr große Freude den Würdenträger aus Regensburg morgen Sonntag zum Gottesdienst begrüßen zu können. Jetzt, wo die Kirche den 1.700 Geburtstag des Heiligen Martin von Tours (dem Pfarrpatron von Miltach feiert) und genau einen Tag vor dem 40jährigen Weihetag des neuen Gotteshauses. Denn am Montag, genau vor 40 Jahren, am 08. August 1976 konsekrierte der damalige Weihbischof von Regensburg, Karl Flügel das Miltacher Gotteshaus.

 

Aus der damaligen Zeitung ist folgender Aufruf dazu zu entnehmen:

Der Sonntag, 8. August wird in den Aufzeichnungen der kirchlichen wie politischen Gemeinde Miltach mit einem entsprechenden Vermerk aufgeführt werden. Diesem Tag kommt eine Vorrangstellung zu. Um dem Festtag einen würdigen Rahmen zu verleihen, ersucht das Pfarramt um starke Beteiligung der Bevölkerung. Besonders die Vereine sind zur Teilnahme aufgerufen.

 

Kirche Miltach Neu

Neue Pfarrkirche - Zentrum und Wahrzeichen

Nach den kirchlichen Feierlichkeiten, die um 8.30 Uhr beginnen, findet gegen 12 Uhr eine weltliche Feier mit Festansprachen im Gasthof „Bürgerhof“ statt, die den Festtag abschließt.

 

Der Weihbischof Karl Flügel (+ 2004) schreibt dann in seinem Grußwort an die Pfarrgemeinde:

„Frühchristliche Baumeister prägten das Wort: „Die Kirche aus Stein weist hin auf die Kirche aus Herzen." Die neue Pfarrkirche in Miltach weist hin auf jene, die den Entschluss gefasst haben, den Bau zu erstellen, und auf alle, die dieses Werk durch ihres Geistes und ihrer Hände Arbeit oder durch finanzielle Hilfe erstehen ließen.

So hoffe und wünsche ich nur, dass durch das „gute, göttliche Wort" (Heb. 6, 5), welches die Seelsorger in dieser Kirche verkünden und durch die „Gegenwart des auf dem Opferaltar für uns dargebrachten Erlösers", die Gläubigen der Pfarrei Miltach zu jeder Zeit ihre Reich-Gottes-Aufgaben erkennen und vollbringen. Dann ist diese Kirche aus Stein nicht nur toter Stein, sondern Mitte und Zeugnis einer Kirche aus lebendigen Herzen echter Christen.“

 

Aus dem Grußwort des damaligen Seelsorgers Georg Samhuber (+1979) stammen die folgenden recht trefflichen Worte: „Groß, hell und geräumig ist die Kirche und eine wohltuende Wärme umfing uns. Doch nun ist das Werk vollendet. Wuchtig steht sie im Mittelpunkt des Dorfes. Nun soll es ein Haus des Gebetes, des Opfers und des Segens für alle werden! Ich möchte alle herzlich bitten, möglichst oft und zahlreich an den kirchlichen Verrichtungen, besonders am Gottesdienst an Sonn- und Werktagen, teilzunehmen. Gnade und Segen soll einziehen in eure Herzen und in Eure Familien. Freut Euch alle und danket Gott!“

 

Konsekration Kirche Miltach

Weihbischof Karl Flügel konsekriert den neuen Altar

 

  

Weihe der Kirche Miltach

Der Weihbischof aus Regensburg wird vor der neuen Pfarrkirche empfangen

 

Und auch vom damaligen Bürgermeister Helmut Röll kamen die treffenden Worte in seiner Grußbotschaft: „Die politische Gemeinde hat den Kirchenbau nach Kräften unterstützt und gefördert. Es zeigte sich dabei, dass die Zusammenarbeit mit der Pfarrei und der Kirchenverwaltung eine ausgezeichnete war und dies ist gerade in der heutigen Zeit ein, so meine ich, ein gutes Zeichen. Ein Großteil der Gemeinderäte und das Personal der Gemeindeverwaltung war zusammen mit mir aktiv am Gelingen dieses großen Werkes beteiligt. Ich betrachte dies als Beweis, dass Kirche und Gemeinde nicht nebeneinander, sondern miteinander große Leistungen erbringen, wenn guter Wille auf beiden Seiten vorhanden ist. Unsere neue Kirche soll nicht nur eine Stätte des Gebetes und der Begegnungen, sondern auch ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Ortschaft Miltach sein, aus deren Bild sie einfach nicht wegzudenken ist. Wir alle sollten uns darüber freuen. Sicher sind in den letzten Jahren in Miltach große Leistungen vollbracht worden — die als Resultat der guten Zusammenarbeit aller Stellen gewertet werden können — der Kirchenneubau aber stellt alles Bisherige hinsichtlich des Zusammenhalts in unserer Gemeinde und Pfarrei in den Schatten und wir können alle darauf stolz sein, dass wir dieses Werk zur Ehre Gottes und zum Wohle aller unserer Bürger mit großzügiger Unterstützung des Ordinariats schaffen konnten. Zum Schluss wünsche und hoffe ich, dass dieses Gotteshaus, genau wie das bisherige, allen Stürmen der Zeit standhalten möge und für kommende Generationen Zeugnis gibt, dass Kirche und Gemeinde zusammengehören und damit eine lebende Gemeinschaft garantieren.“

 

Und so bleibt zu hoffen, dass alle Worte und frohen Botschaften die damals und heute in der Pfarrkirche von Miltach verkündet werden auch in Zukunft zum Erhalt einer lebendigen Pfarrgemeinde beitragen und dass diese Kirche aus Stein nicht nur toter Stein wird, sondern Mitte und Zeugnis einer Kirche aus lebendigen Herzen echter Christen weiterhin ist.

 

Text u. Bilder: Christian Röhrl,

Quelle: Aufnahmen und Texte aus dem Pfarrarchiv der Pfarrgemeinde

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Fr, 05. August 2016

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen

Mehr Meldungen finden Sie [hier] im Archiv.