Berlinreise Dekanat Kötzting

Berlin und seine Geschichte hautnah erlebt

Dekanat Kötzting folgt der Einladung von Karl Holmeier zur politischen Bildungsreise

 

Berlin mit seiner früheren und jüngeren Geschichte war von Dienstag, 05. März bis Freitag, 08. März das Ziel einer politischen Bildungsreise. Der Einladung des Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier folgten Priester, pastorale Mitarbeiter, Kirchenpfleger, Pfarrgemeinderatsmitglieder und kirchliche Mitarbeiter aus dem Dekanat Kötzting. Gemeinsam mit Dekan Augustin Sperl und dem Berliner Büro des Abgeordneten und dem Bundespresseamt wurde ein recht ansprechendes Programm zusammengestellt.

 

Am Dienstag früh morgens startete der Reisebus vom Großparkplatz in Bad Kötzting. Die Fahrt ging über Weiden, Leipzig in die Bundeshauptstadt Berlin. Bester Sonnenschein und angenehm frühlingshafte Temperaturen empfingen die Fahrtteilnehmer. Da noch ein wenig Zeit war verschaffte man sich zunächst einen ersten Eindruck vom neuen Berlin und besuchte den Hauptstadtbahnhof. Anschließend ging es weiter zum Kanzleramt, wo der erste Termin anstand. Vom Bundespresseamt wurden die Reisenden aus dem Bayerischen Wald durch Hartmut Kühn begrüßt, der der Gruppe bis zum Freitag als Reisebegleiter zur Verfügung stand. Bei einer Besichtigungstour durch den weitläufigen Gebäudekomplex erfuhr man mehr über die Arbeit der Kanzlerin und die Einrichtungen die dort zusammenarbeiten. Verschiedene Sitzungssäle wurden ebenso besichtigt wie die Ahnengalerie der früheren Bundeskanzler. Im Anschluss daran führte der Weg weiter zur Bayerischen Landesvertretung in Berlin, wo ein schmackhaftes typisch bayerisches Abendessen auf die Reisegruppe wartete.

 

Am Mittwoch Vormittag stand eine ausgiebige Stadtrundfahrt auf dem Besucherprogramm. Dabei führte die Strecke vorbei am Brandenburger Tor und entlang der Straße „Unter den Linden“, zur Holocaust Gedenkstätte und über den imposant bebauten Potsdamer Platz. An der Gedenkstätte Bernauer Straße bestand die Möglichkeit, ein rekonstruiertes Teilstück der Berliner Mauer in Augenschein zu nehmen. Am frühen Nachmittag war dann ein weiterer Termin im Kommissariat der deutschen Bischöfe anberaumt. Dieses Büro ist eine Dienststelle der Deutschen Bischofskonferenz und des Verbandes der Diözesen Deutschlands. Unter Leitung von Prälat Dr. Karl Jüsten werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz in politischen Fragen gegenüber den Organen des Bundes, den gemeinsamen Organen der Länder, den Landesvertretungen beim Bund, den Parteien und den auf Bundesebene agierenden gesellschaftlichen Kräften tätig. Hierzu zählt auch die Wahrnehmung  der europa-politischen und –rechtlichen Anliegen der Deutschen Bischofskonferenz auf nationaler und europäischer Ebene. Das Katholische Büro arbeitet dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, unmittelbar zu. Bei einem Gesprächstermin hatten die Reiseteilnehmer die Möglichkeit an die stellv. Leiterin des Büro Katharina Jestaedt ihre Fragen zu richten. Dabei wurden Themen aus dem Zusammenhang von Kirche und Staat ausführlich diskutiert. Dekan Augustin Sperl bedankte sich am Ende für den herzlichen Empfang mit einem kleinen Geschenk. Wenig später fanden sich die Reiseteilnehmer auf dem Gendarmenmarkt ein um im Deutschen Dom die Ausstellung "Wege, Irrwege, Umwege - die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland" zu besuchen. Sie beschreibt jene Epochen der deutschen Geschichte, in denen die Grundlagen für die politische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland gelegt wurden und setzt sich ferner mit der Rolle der Parlamente in einem zusammenwachsenden Europa auseinander.

 

Der Donnerstag Vormittag führte die kirchlichen Würdenträger und die mitgereisten Mitarbeiter zum Deutschen Bundestag in das Reichtagsgebäude. Nach dem Procedere am Sicherheitscheck ging es zu einem sehr informativen und aufschlussreichen Vortrag über Arbeit und Aufgaben des Parlaments in den Plenarsaal. Hier war zunächst der riesige, 58 qm große Reichsadler, beeindruckend. Auf den Tribünen im Plenarsaal fand die Reisegruppe ihre Plätze und bekam viel Wissenswertes über das Gebäude und die Menschen, die darin ihre Arbeit verrichten. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Diskussionsrunde mit dem Chamer Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier wo zahlreiche regionale Themen, die den Anwesenden auf den Nägeln brannten, besprochen wurden. Der Abgeordnete war eigens für diese Gesprächsrunde nach Berlin angereist, um den Teilnehmern vor Ort Rede und Antwort zu stehen. Anschließend führte die Besichtigungstour durch den Fraktionssaal der CDU/CSU hinauf zum Dach des Reichtstagsgebäudes, wo ein Fototermin zusammen mit Karl Holmeier vorgesehen war. Da die imposante Glaskuppel leider wegen Reinigungsarbeiten gesperrt war, musste man vorlieb nehmen mit dem Blick von der Dachterrasse des Gebäudes. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führte der Weg hinaus aus Berlin in den Stadtteil Mahrzahn, einem sozialen und gesellschaftlichen Brennpunkt Berlins. Bei einer Arbeitslosigkeit von rund 12 % und einem Anteil von nur rund 3 % Katholiken verrichten die Salesianer Don Bosco hier ihre segensreiche Arbeit. Von Pater Albert Krottenthaler (SDB), einem gebürtigen Michelsneukirchner, wurde die Reisegruppe aus dem Dekanat empfangen. Im Don Bosco Zentrum Berlin ist die Arbeit mit und für junge Menschen das wichtigste Anliegen. Zum Einen werden mit Hilfe der Jugendsozialarbeit verschiedene Wiedereingliederungs- und Fördermaßnahmen für junge Menschen angeboten, zum Anderen dient die Beherbergung von Gruppen und Einzelreisenden im Jugendgästehaus und im Gästehaus den jungen Erwachsenen als praktisches Übungsfeld. Die jungen Menschen, die oft ohne Schulabschluss und Berufsausbildung sind, arbeiten im Rahmen spezieller Maßnahmen in den Arbeitsbereichen Hauswirtschaft und Großküche, Haustechnik, Malerei, Tischlerei und Fliesenlegerei. Dabei werden sie intensiv sozialpädagogisch begleitet. In den Projekten der Manege gGmbH haben Jugendliche die Möglichkeit, sich ganz individuell auf ihre Berufsausbildung oder ihren weiteren beruflichen Lebensweg vorzubereiten. Die Salesianer Don Boscos arbeiten seelsorgerisch in der katholischen Kirchengemeinde „Von der Verklärung des Herrn“, in der polnischen katholischen Mission und in der Künstlerseelsorge. Man konnte sich einen ausführlichen Überblick über die Arbeit machen. Bei einem informativen Rundgang durch die Einrichtung konnten die Räumlichkeiten in Augenschein genommen werden. Mit einem kleinen Gastgeschenk und einer kurzfristig durchgeführten Spendenaktion konnte Dekan Sperl eine kleine finanzielle Unterstützung an Pater Krottenthaler und seine Mitarbeiter überreichen. Der letzte Programmpunkt führte dann noch in das ehem. Stasigefängnis Hohenschönhausen. Nach einem kurzen Filmbeitrag wurde die Gruppe von zwei ehemaligen Gefangenen dieser Einrichtung über das Gelände geführt. In beeindruckender Weise berichteten die beiden Referenten Vera Lengsfeld und Edda Schönherz über die unbarmherzigen und menschenverachtenden Gepflogenheiten, welche durch die sowjetischen Besatzungsmächte und die danach vorherrschende Staatsmacht der DDR an den Tag gelegt wurden. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen befindet sich an einem Ort, der wie kaum ein anderer in Deutschland mit der 44jährigen Geschichte politischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR verknüpft ist. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen. Tief bewegt von den Berichten der beiden Frauen bekamen die Reiseteilnehmer einen aufschlussreichen Einblick in die Geschichte dieser Gedenkstätte. Den Abend genossen dann viele um sich auch Berlin bei Nacht anzuschauen und die wichtigsten Plätze und imposantesten Bauwerke in der Innenstadt zu bewundern.

 

Am Freitag Vormittag stand dann schließlich noch eine Führung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Programm. Beim Rundgang durch die Gedächtnisstätte und den Neubau erfuhr man viele interessante Details zu diesem im 2. Weltkrieg stark zerstörten Bauwerk. Nach einem gemeinsamen Mittagessen hieß es schließlich Dank zu sagen bei Frau Doris Hapke vom Büro Holmeier in Berlin. Ihr oblag, zusammen mit dem Bundespresseamt die Organisation dieser Reise. Und weiter Alexander Vetter vom Büro des Abgeordneten in Cham, für die hervorragende Reisebegleitung.

 

Text und Bild: Christian Röhrl, Miltach

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Veröffentlichung

Sa, 09. März 2013

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