Volkstrauertag im Gedenken der Verstorbenen und Gefallenen

Gedenken in Zeiten der „Zeitenwende“

 

Die Pfarrgemeinde Miltach beging am zurückliegenden Samstag zum ersten Mal seit 2019 ihre traditionellen Feierlichkeiten anlässlich des Volkstrauertages. In den vergangenen beiden Jahren mussten Einschränkungen aufgrund der Corona Pandemie hingenommen werden. Nach dem von Monsignore Augustin Sperl treffend und zeitgemäß zelebriertem Gottesdienst folgte die Prozession zum Kriegerdenkmal. Bei winterlichem Wetter marschierten die  KuRK Miltach, die zahlreichen Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehren aus Miltach, Oberndorf und Eismannsberg unter Führung von Monsignore Sperl und Bürgermeister Johann Aumeier zum Friedhof in Oberndorf. Für die würdige, musikalische Umrahmung sorgte Josef Pielmeier mit der Blaskapelle "Die Weißblau Königstreuen". Vor dem Kriegerdenkmal, den drei großen Steinwänden mit den eingravierten Namen der Opfer des 1. und 2. Weltkrieges, fanden am Friedhof Miltach die Feierlichkeiten statt. „Es scheint Routine geworden zu sein, dass wir uns jedes Jahr zum Gedenken treffen, aber der 24. Februar 2022 veränderte die Welt. Viele Menschen verlieren ihr Leben, Hab und Gut oder werden schwer verwundet“,  so die treffenden Worte von Bürgermeister Aumeier. Man stellt sich aktuell die Frage wie so etwas passieren kann und ob die Menschheit nichts aus der Geschichte gelernt hat. Besonders die Lage in der Ukraine, aber auch Weißrussland und vor allem der China – Taiwan Konflikt lassen uns aufhorchen. Friede, Freiheit und die Achtung der Menschenrechte sind nicht selbstverständlich. Mit diesen Worten beschrieb er die aktuelle politische Lage sehr genau. Nach der Kranzniederlegung übergab er das Wort an den ersten Vorsitzenden der KuRK Miltach. Auch Markus Kindermann ging in seiner Rede auf die seit neun Monaten so viel beschriebene „Zeitenwende“ ein. „wer vor einem Jahr an dieser Stelle vermutet hätte, dass heute, ein Jahr später ein Krieg in Europa geführt wird, der bereits zu 100.000 gefallenen Soldaten und 6.500 zivilen Opfern geführt hat, wäre im besten Fall nur belächelt worden. Dass dieser Krieg sich jetzt schon unmittelbar auf unsere Gesellschaft auswirkt erlebt man tagtäglich. Versorgungsengpässe, massiv gestiegene Energiepreise lassen vielerorts Familien daran verzweifeln, wie sie die Kosten des täglichen Lebens langfristig stemmen sollen. Firmeninsolvenzen und eine steigende Arbeitslosigkeit drohen. Diese unverrückbaren Tatsachen bringen die Folgen des Krieges vor die Haustür jedes einzelnen Bürgers in unserem Land. Und hier schließt sich wiederum der Kreis um die Sinnhaftigkeit des Volkstrauertages. Gedenken wir nicht nur der Opfer der vergangen Kriege, sondern auch der Opfer der aktuellen, schlimmen Geschehnisse. Kein Soldat zieht gerne in den Krieg auch der nicht, der der falschen Sache dienen muss.  Es bleibt nichts weiter als zu hoffen, dass trotz aller notwendiger Unterstützungsleistungen aus dem Westen es weiterhin genügend besonnene Politiker und Diplomaten geben wird, die weiter Interesse an Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zeigen. Der Friede ist ein fragiles Konstrukt, das es mit allen Mitteln zu bewahren gilt. Bewahren wir den Frieden für uns, unsere Soldaten, die Zivilbevölkerung, unsere Eltern, Geschwister und Kinder! Nach der Segnung und dem Totengedenken endete die Gedenkfeier mit dem Lied vom "Guten Kameraden" und der Nationalhymne.

 

Text: Florian Wagner, Miltach

Bild: Erwin Vogl, Miltach

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Veröffentlichung

Mo, 21. November 2022

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