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Pater Rockose berichtet aus Indien von seiner Arbeit

28.08.2020

Pater Rockose berichtet von seiner Arbeit aus Indien

Die bisherige Urlaubsvertretung des indischen Geistlichen fällt Corona zum Opfer

 

Eigentlich hätte Prof. Dr. Pater Rockose Kolenchery dieses Jahr ein kleines Jubiläum feiern können. Es wäre seine 10. Urlaubsvertretung für Pfarrer BGR Augustin Sperl in der Pfarreiengemeinschaft Blaibach/Miltach gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde jedoch leider nichts daraus. Pater Rockose bedauert es sehr, daß heuer die Urlaubsvertretung nicht annehmen kann. In Briefen schreibt er: „Ich vermisse die freundlichen Menschen im Bayerischen Wald, die gute Luft, das angenehme Klima und die gute bayerische Küche.“

 

Es war 2011, das Jahr der Primiz von Pfarrer Jürgen Josef Eckl in Miltach, als Pater Rockose zum ersten Mal die Urlaubsvertretung übernahm. Damals allerdings nur für 2 Wochen, denn auch der Neupriester vertrat Pfarrer Sperl für 2 Wochen. Trotz der anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten fühlte sich der Geistliche gleich sehr wohl in den beiden Regentalgemeinden. Die Menschen traten dem immer freundlichen Geistlichen sehr wohlwollend gegenüber, nahmen ihn auf und er freute sich über die Einladungen zu Geburtstagen, zum Essen und zu Gesprächen, es entstanden gute Freundschaften. Zur damaligen Zeit wurde Pater Rockose von seinem Orden als Provincial Delegate in die Mission nach Ranchi in Nordindien geschickt. Der Pater weiß, daß man in Indien nur mit Bildung der Armutsspirale entkommen kann und so setzte er sich dort tatkräftig für den Neubau einer Schule ein. Bereits zu dieser Zeit haben Gläubige aus Blaibach und Miltach Patenschaften für Schulkinder aus armen Familien übernommen, die mittlerweilen zum Teil schon abgeschlossen sind. Es wurden auch Nähmaschinen gekauft und Nähkurse für junge Frauen organisiert, damit die Frauen in Heimarbeit Kleidung nähen können und somit ihren Beitrag leisten, damit die Ernährung der Familie gesichert ist. Zwischenzeitlich sind viele Frauen erfahrene Näherinnen geworden und können ihre Talente an andere Frauen weitergeben, so daß sich die Nähkurse selber organisieren.

 

Seit 2015 ist das Einsatzgebiet des Paters jetzt Südindien, in Trivandrum im Bundesstaat Kerala, seiner Heimat, und er lehrt dort im Priesterseminar „Carmel Hill Philosophy College“ das Fach Philosophie. Sein Unterricht ist bei den Seminaristen sehr beliebt. Außerdem hilft Pater Rockose bei vielen humanitären Projekten dort selber aktiv mit, die Not bei den armen Menschen zu lindern.

 

„Vergelt`s Gott“

Mit Hilfe der Spendengelder konnte Pater Rockose schon vielen Menschen helfen, worüber er sehr dankbar ist und was ihn mit großer Freude erfüllt. Speziell mit den Spenden von der Urlaubsvertretung im vergangenen Jahr 2019 kann 37 Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden und viele Jugendliche können einen Beruf erlernen. Auch zwei Priesterseminaristen werden bei ihrem Studium finanziell unterstützt. Einer Familie, die beim Hochwasser 2018 infolge eines Erdrutsches ihr Hab und Gut verloren hatte, wurde geholfen ein neues Haus zu bauen, eine weitere Familie bekam finanzielle Unterstützung. Auch kranken Menschen wurde geholfen, damit sie sich medizinisch versorgen lassen konnten. Wie der Pater weiter schreibt, sagt er nochmals ein herzliches „Vergelt´s Gott“ und er schließt alle Spender in seine Gebete mit ein. Er betet um Gesundheit und um den Segen Gottes für die hilfsbereiten Menschen.

 

Positive Gedanken in der Corona – Krise
Pater Rockose Kolenchery    Auch über Corona hat sich der Pater viele Gedanken gemacht und sich darüber gut informiert. Er weiß, daß durch positive Gedanken und eine positive Lebenseinstellung Glückshormone im Körper ausgeschüttet werden, die eine stärkere Immunabwehr bewirken können. Und darum geht es bei Covid-19, es greift Menschen an, deren Immunsystem geschwächt ist.

 

Der Pater gibt deshalb den Rat, alles in Ruhe und Gelassenheit anzugehen. Ruhe und überlegtes Handeln können uns in diesen unruhigen Zeiten helfen, Schwierigkeiten zu meistern und zu einem widerstandsfähigerem „Selbst“ zu finden. Ruhe, kein Stress, Harmonie, Zeit für Erholung, tun auch der Seele gut. Ein Tag draußen an der frischen Luft inmitten von blühenden Blumen und singenden Vögeln ist großartig! Versuchen, die Lautstärke der Gedanken im Kopf zu reduzieren und die verschiedenen Düfte und Geräusche um sich herum wahrzunehmen, um seine innere Stimme zu hören. „Wollen wir wieder dankbar sein für die Liebe Gottes, die Natur, wichtige und unwichtige Dinge des Lebens, für unser Zuhause, die Gesundheit, Familie und Freunde und diese Dankbarkeit immer im Herzen bewahren. Durch die Isolation haben wir gelernt, zufrieden zu sein mit dem was wir sind und haben, man braucht nicht so viel zum Leben. Nicht zu vergessen die Solidarität, der Zusammenhalt, die Nachbarschaftshilfe und das Mitgefühl gegenüber unseren Mitmenschen, die in dieser Zeit entstanden sind. Sehen wir die Krise als Chance an, uns selber besser kennenzulernen.“ so Peter Rockose in seinem Schreiben.

 

Weiter meint er: „Die Pandemie hat aber auch eine Epidemie der Angst ausgelöst. Wichtig ist jedoch, daß wir die Hoffnung nicht verlieren, positiv denken und gesund bleiben. Bei Jesaja 41,10 finden wir in der Bibel „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Pater Rockose berichtet, dass er in der Corona-Zeit oft Gottesdienste mit nur 2-3 Personen gefeiert habe, anstatt wie in Indien sonst üblich mit 500-700 Gläubigen. Diese Gottesdienste mit stillem Gebet und Meditationen hätten ihn jedoch tief berührt. Er zieht aus der Corona-Krise die Lehre, daß es in der Religion wichtig ist, eine persönliche Beziehung zu Gott zu haben und sich Zeit für diese Beziehung zu Gott zu nehmen und so zur Erkenntnis zu gelangen, was wirklich wichtig und wertvoll ist im Leben ist. Bereits Seneca sagte „Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, das zu ändern, was ich kann, und die Weisheit, den Unterschied zu erkennen.“

 

Covid-19 in Indien
Die Corona-Pandemie beherrscht dieses große Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern. Für die eh schon arme Bevölkerung ist die Not unbeschreiblich groß. Es fehlt an allem - Nahrungsmittel, Gesichtsmasken und medizinische Versorgung. Die Tagelöhner können kein Geld mehr verdienen, um ihre Familien ernähren zu können, denn sie bekommen nun keine Arbeit mehr bei den Familien der Mittelklasse. Sie befinden sich jedoch trotzdem auf den Straßen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln, verbreiten das Virus und tragen es in ihre Familien.    Kolenchery Haus

„Es ist ein Teufelskreis!“ so Pater Rockose Kolenchery. Die Zahlen vom 25.08.2020 sprechen für sich: über 3 100 000 Infizierte, 57 542 Tote, 67 000 Neuinfizierte pro Tag.

 

Situation in Kerala

In Kerala, wo der Pater lebt, waren es am 25. August 59 504 Infizierte und 235 Tote, wieder genesen sind 38 883 Personen. Auch im Karmelitenkloster des Paters sind 5 Mitbrüder infiziert und befinden sich in Quarantäne, bzw. im Krankenhaus. Die Patres beten, daß sich die Situation bald wieder bessert. Sie beten für die Menschen, die die Armen und Kranken unterstützen, daß sie gesund und von Covid-19 verschont bleiben. Anfang August kam es in Karipur in Kerala zu einem Flugzeugabsturz mit 123 Schwerverletzten und 18 Toten, darunter auch die beiden Piloten. Das Flugzeug war von Dubai nach Karipur unterwegs und in der Nähe vom Flughafen abgestürzt. Ebenso wurde Kerala vor Kurzem wieder von einem großen Erdrutsch heimgesucht, es kamen 63 Menschen ums Leben. In Pettimudi in der Nähe von Munnar, ein beliebtes Ausflugsziel von Touristen, kam es infolge vieler und ausgiebiger Regenfälle zu diesem Erdrutsch, bei dem viele Teeplantagen weggerissen wurden, die auch eine Einnahmequelle für viele Tagelöhner gewesen waren. Die Bevölkerung ist verzweifelt und fragt sich, warum gerade ihre Region immer wieder von Natur- und anderen Katastrophen heimgesucht wird.

 

Pater Rockose möchte sich auf diesem Weg nochmals bei allen Spendern bedanken, die bisher dazu beigetragen haben, die Not in seiner Heimat zu lindern und die Lebensbedingungen dort zu verbessern.  Er betet für sie alle um Gesundheit und Gottes Segen. Und er hofft, im nächsten Jahr wieder in die Pfarreiengemeinschaft Blaibach/Miltach kommen zu können. Sein besonderer Dank gilt Pfarrer Augustin Sperl, auch für die gute Gastfreundschaft in all den Jahren während der Urlaubsvertretung, den Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten der Pfarreiengemeinschaft sowie dem Frauenbund und den Seniorengruppen beider Pfarreien. Für die Zusammenlegung der Pfarreiengemeinschaft mit den Pfarrgemeinden Altrandsberg, Harrling und Zandt wünscht der Pater alles Gute und Gottes Segen.

 

Wer die Arbeit des Paters weiterhin unterstützen möchte, kann dies durch eine Spende auf das Konto des Vereins „Freundeskreis Charity“ gerne tun.

 

Freundeskreis Charity

Raiffeisenbank Straubing

IBAN: DE 5974 260 11 0000 190 20 40

BIC:   GENODEF 1SR2

 

Text u. Bild: Pater Rockose Kolenchery, Trivandrum

 

Foto: Pater Rockose in großer Gemeinschaft