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Die vielen Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz erlebt

29.04.2019

Zu Besuch bei den Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz

Ein bunter Frühlingstag mit vielen schönen Eindrücken aus Franken

 

Die Fränkische Schweiz, ein Landstrich im Norden Bayerns, der durch seine markante Landschaft und sein altes, gelebtes Brauchtum weit bekannt ist. Als romantische Mittelgebirgslandschaft, im Wesentlichen geprägt durch die Landschaftsformen des Weißen Jura mit seinen Kalkfelsen, Karstquellen, tief eingeschnittenen Tälern und Höhlen mit gewaltigen Tropfsteingebilden, ist der Naturpark ein absolutes Eldorado für Wanderer und Naturliebhaber. So gilt das Gebiet auch als das felsen- und höhlenreichste in ganz Deutschland außerhalb der Alpen.

 

Am vergangenen Samstag machte sich eine Reisegruppe aus den beiden Pfarrgemeinden Miltach und Blaibach unter der Leitung von Christian Röhrl und Franz Strigl auf den Weg nach Oberfranken. Die Fahrt ging über Weiden zunächst zum Kloster Speinshart. Die neu renovierte Kirchenanlage bestach durch seine Größe und die vielen imposanten Klostergebäude. Die Geschichte des Klosters und der Praemonstratenser-Chorherren in Speinshart lässt sich in drei große Epochen aufteilen: Die erste Gründung im 12. Jahrhundert, die Wiederbesiedelung 1661 und schließlich die zweite Wiederbesiedelung 1921 durch die Praemonstratenserabtei Tepl in Tschechien. Die Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche zählt aufgrund ihrer reichen Stuckaturen im Innenraum zu den bedeutendsten Kirchenbauten in Süddeutschland. Der Größe nach gehört sie zwar zu den kleineren Klosterkirchen, von der hohen Qualität her ist sie aber zusammen mit den anderen hochbarocken Kirchenräumen zu nennen. Vom Glanz dieser Kirche konnten sich die Reisenden aus dem Bayerwald so richtig überzeugen. Nach einem kurzen Marienlob ging die Fahrt schließlich weiter in die Nähe von Pottenstein.

 

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Nächstes Ziel war am Vormittag die Teufelshöhle. Bizarre Höhlenräume und atemberaubende Tropfsteine, sowie unzählige Treppen führten in das verworrene Felslabyrinth. Die wunderschöne Tropfsteinhöhle ist die größte der etwa 1000 Höhlen in der Fränkischen Schweiz. Sie besitzt einen reichen Tropfsteinschmuck mit stattlichen Stalagmiten und Stalaktiten und gilt als eine der schönsten Schauhöhlen in ganz Deutschland. Die Höhle besteht aus mehreren großen Hallen, die durch bei der Erschließung der Höhle bergmännisch angelegte enge, stollenartige Gänge miteinander verbunden sind. Mit Hilfe der fachkundigen Höhlenführerin konnten die Miltacher und Blaibacher recht gut die lange Geschichte dieses Höhlenareals kennen lernen. Zurück am Tageslicht ging es weiter nach Pottenstein und der erste der vielen Osterbrunnen, auf dem Marktplatz des Ortes, stand auf dem Programm. Herrlich bunt verziert mit unzähligen Eiern, war das Kunstwerk am dortigen Elisabeth-Brunnen, eine wahre Augenweide.

 

Die Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

In rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz sind in der Karwoche bis zwei Wochen nach Ostern Brunnen mit tausenden buntbemalten Eierschalen, Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt. Der Ursprung des Brauchtums liegt vor allem in der Bedeutung des Wassers als lebensspendendes Element für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Alb. Ein „durchschnittlicher“ Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz umfasst zum Schluss etwa 80 laufende Meter Girlandenschmuck und circa 1.800 bis 2.000 bemalte Eierschalen. Der Wettergott hatte es gut gemeint, so dass Sonnenschein und lockere Wolken sich am Himmel abwechselten und einen Spaziergang zum Mittagessen im Hotel Forellenhof möglich war. Gut gestärkt mit den Fischspezialitäten und der typisch fränkischen Küche ging die Fahrt weiter, vorbei an vielen schön geschmückten Dorfbrunnen. Der im Dörfchen Bieberbach durfte jedoch nicht fehlen. Mit 11.108 handbemalten Eierschalen ist er der laut Guinness-Buch der Rekorde (aus dem Jahr 2000) größte Osterbrunnen der Welt. Die Ursprünge des Brauchs zu Ostern liegen in der Zeit, als es noch keine zentrale Wasserversorgung gab. In der wasserarmen Hochebene der Fränkischen Schweiz mussten früher hauptsächlich Frauen das Wasser aus den spärlichen Quellen im Tal zu den höher gelegenen Dörfern bringen. Mit dem alljährlichen Schmücken der Brunnen zeigten sie ihre Wertschätzung für das kostbare Nass. Hinzu kommt das Ei als Sinnbild für das Geheimnis des Lebens. Gerade dem Osterwasser sagt man nach, dass es eine besondere Wirkung auf Körper und Geist habe. Danach folgten noch weitere Osterbrunnen in Kleingesee, Egloffstein und Ebermannstadt.

 

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Nach einer schmackhaften Kaffeepause in Gößweinstein ging der Fußmarsch zur dortigen Basilika. Das imposante Gotteshaus erhebt sich im Herzen des Wallfahrts- und Fremdenverkehrsortes. Sie ist der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht ist. Der Ort wird geprägt durch die fast 1000jährige Burg und die barocke Basilika, einem Meisterwerk Balthasar Neumanns, erbaut von 1730 – 1739. Gößweinstein ist außerdem einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte im Erzbistum Bamberg und zugleich der größte Dreifaltigkeitswallfahrtort Deutschlands. Für die Ausflügler aus dem Regental stand eine kurze Andacht mit dem Thema der Dreifaltigkeit auf dem Programm. Gemeindereferent Franz Strigl hatte die nachdenklichen Gebetstexte zusammengestellt. Österliche Lieder erfüllten den wunderschönen Kirchenraum. Es war für alle Beteiligten eine tolle Gelegenheit die Fränkische Schweiz und seine schönen Orte näher kennen zu lernen. Am Abend kam jeder Reiseteilnehmer mit bleibenden Erinnerungen an eine beeindruckende Frühlingslandschaft und mit der Gewissheit einer heiteren Reisegesellschaft angehört zu haben, wieder in der Heimat an.

 

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Text und Bilder: Christian Röhrl, Miltach

 

Foto: Fränkische Schweiz MIL BLA 2019

Fotoserien zu der Meldung


Pfarrausflug Fränkische Schweiz (30.04.2019)

Ein wunderschöner Tagesausflug am Samstag, 27. April 2019 führte Reisende aus unseren beiden Pfarrgemeinden Miltach und Blaibach in die schöne Fränkische Schweiz.