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Heiterkeit war Trumpf beim Familiengottesdienst am Faschingssonntag

03.03.2019

Beim Gottesdienst am Faschingssonntag darf es auch in der Kirche mal richtig bunt zugehen

Die Kommunionkinder gestalteten den Familiengottesdienst mit – viele Kinder kamen maskiert zur Kirche

 

Am vergangenen Sonntag erlebten die Gläubigen im Rahmen des Familiengottesdienstes in Miltach einen besonders außergewöhnlichen Gottesdienstablauf. Der Altarraum war durch Mesnerin Elisabeth Röhrl mit Luftschlangen und bunten Luftballonen dekoriert worden. Die Ministranten haben es sich an diesem Sonntag mal erlaubt, in allen Farben der Liturgie, in grünen, roten und violetten Ministrantengewändern ihren Dienst am Altar zu verrichten. Viele Kinder waren außerdem der Einladung gefolgt und sind geschminkt, sowie in Masken und Kostümen, zusammen mit ihren Eltern zur Kirche gekommen. „Der Fasching ist gekommen, das ist durchaus ein Grund zum fröhlich sein und das Feiern auch wir hier im Gotteshaus.“ so begrüßte Pfarrer BGR Augustin Sperl die Christen Groß und Klein. Die Geschichte vom betenden Gaukler war das Motto an diesem Sonntagmorgen. „In diesen Tagen des Faschings müssen die Sorgen zurücktreten. Frohsinn und Ausgelassenheit, Freude und Sorglosigkeit beherrschen diese Zeit bis zum Faschingsdienstag.“ so der Priester.

 

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Nach dem Evangelium versammelten sich die toll verkleideten Kinder des Kindergartens und der 1. bzw. 2. Klasse vor dem Volksaltar und Gemeindereferent Franz Strigl überlegte gemeinsam mit Annalena Loos, als Gardemädchen verkleidet, ob man denn beim Beten nur dasitzen dürfe und ein ganz erstes Gesicht machen müsse. Dazu erzählte Strigl die französische Legende vom „betenden Gaukler“. Dieser lustige Gaukler überzeugte den Abt seines Klosters in das er eingetreten war, dass man Gott auch mit Tanz loben und mit heiterem Spiel preisen könne. Im Anschluss zeigten einige Kinder verschiedene Möglichkeiten, wie ein solches persönliches Gebet ausgedrückt werden kann. So wurde von einem Mädchen munter Seil gesprungen, ein anderes Mädchen schlug kunstvolle Räder im Mittelgang der Pfarrkirche, es wurde Ball gespielt und sogar Seifenblasen durften von den Kindern in den Kirchenraum gepustet werden. Die Kinder der 3. Klasse trugen danach die Fürbitten vor. Während der Messfeier erfreuten die Martini Rhythmix mit heiteren Gottesdienstliedern, was von den Gottesdienstbesuchern am Ende mit Applaus belohnt wurde.  Pfarrer Sperl dankte vor dem Segen allen Mitwirkenden für die besondere Gestaltung des fröhlichen Gottesdienstes.

 

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Nach der Messfeier waren es dann die Ministranten die an die Kirchenbesucher wieder wie alle Jahre frisch gebackene Faschingskrapfen verkauften, um damit ihre Ministrantenkasse aufzubessern. Im nu waren die köstlichen Backwaren alle vergriffen.

 

Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und sprin­gend von Ort zu Ort zog. Als er alt wurde gab er alle seine Habe her und trat in ein Kloster ein. Aber weil er sein Leben bis dahin mit Springen, Tanzen und Rad schlagen zugebracht hatte, war ihm das Leben der Mönche fremd, und er wusste weder ein Gebet zu sprechen noch einen Psalter zu singen. So ging er stumm umher und wenn er sah, wie jedermann des Gebetes kundig schien, aus frommen Büchern las und mit im Chor die Messe sang, stand er beschämt dabei: Ach, er allein, er konnte nichts.

 

"Was tu ich hier?", sprach er zu sich, "ich weiß nicht zu beten und zu singen. Ich bin hier unnütz und der Kutte nicht wert, in die man mich kleidete. "

 

In seiner Trauer flüchtete er eines Tages in eine abgelegene Kapelle. "Wenn ich schon nicht mitbeten kann", sagte er vor sich hin, "so will ich doch tun, was ich kann." Rasch streifte er das Mönchsgewand ab und stand da in seinem bunten Röckchen, in dem er als Gaukler umher­gezogen war. Und während vom hohen Chor die Psalmgesänge herüberwehen, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen. Mal geht er auf seinen Händen durch die Kapelle, mal überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben.

 

Ein Mönch war ihm aber gefolgt und hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge mit angesehen und heimlich den Abt geholt. Am anderen Tag ließ die­ser den Bruder zu sich rufen. Der Gaukler fiel vor dem Abt nieder und sprach: "Ich weiß, Herr, dass hier mei­nes Bleibens nicht ist. So will ich aus freien Stü­cken ausziehen und in Geduld die Unrast der Straße wieder ertragen."

 

Doch der Abt neigte sich vor ihm und bat ihn, für ihn und alle Mönche bei Gott einzuste­hen: "In deinem Tanze hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle schönen Worte verzeihen, die über die Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet." (Französische Legende)

 

Text u. Bilder: Christian Röhrl, Miltach

 

Foto: Fasching Miltach 2019

Fotoserien zu der Meldung


Faschingssonntag - Familiengottesdienst 2019 (03.03.2019)

Zum Familiengottesdienst am Faschingssonntag haben sich die Kinder verkleidet gezeigt und den Gottesdienst mitgestaltet.