Festliches Jubiläum in der Pfarrgemeinde Miltach gefeiert

Pfarrgemeinde Miltach feiert seine Pfarrkirche als Mitte und Wahrzeichen der Regentalgemeinde

40 Jahre Erweiterung der Pfarrkirche St. Martin – 1700. Geburtstag des Hl. Martin – Abschluss der Renovierungsarbeiten – Domkapitular Thomas Pinzer war Festprediger

 

Die Miltacher haben es am Sonntag wahrlich verstanden, zusammen mit der Pfarrgemeinde Miltach einen würdevollen Gottesdienst zum Jubiläumsjahr und ein schönes Pfarrfest in der Mehrzweckhalle zu feiern. Einige freudige Anlässe verlangten es, gefeiert zu werden. Nachdem die Pfarrkirche in den letzten Jahren neu renoviert wurde, das Umfeld wieder in Stand gesetzt wurde, konnte nun auch noch der 40. Weihetag des Gotteshauses und der 1700. Geburtstag des Kirchenpatrons, des Hl. Martin, gefeiert werden. Bereits in den Tagen davor, haben fleißige Kräfte von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, von Frauenbund, Mesnerfamilie Röhrl und Gemeindebauhofpersonal begonnen die Festhalle und die Pfarrkirche auf Vordermann zu bringen und für den feierlichen Anlasse entsprechend herzurichten und zu dekorieren. Alles wurde saubergemacht, die Mitglieder des Frauenbundes haben keine Mühen gescheut und einen überaus ansehnlichen, aus bunten Steinen gelegten Blumenteppich, erstellt. Darauf ist zu sehen die Miltacher Pfarrkirche und seine wichtigen Jahreszahlen 1976 und 2016. Von der Feuerwehr Miltach wurde die Mehrzweckhalle mit bunten Bändern wieder festlich geschmückt. Die Tische in der Halle vom Pfarrgemeinderat mit gelbweißen Servietten und gelben Blumen geschmückt. Alles war am Samstag zuvor bereit, um das Jubiläum am Sonntag dann gebührend zu feiern.

 

Am Sonntag Morgen versammelten sich die Vereine aus dem Pfarrgebiet von Miltach am Feuerwehrgerätehaus. In den Kirchenzug reihten sich ein die Mitglieder der politischen und kirchlichen Gremien, sowie eine stattliche Zahl von Ministranten und die fünf Geistlichen, die den Festgottesdienst gemeinsam zelebrierten. Unter feierlichem Glockenläuten zogen die Gläubigen zur Pfarrkirche. Dort gestalteten die „Weißblau Königstreuen“ unter der Leitung von Josef Pielmeier die Hl. Messe musikalisch mit. An der Kirchenorgel spielte Walter Stöger. Alois Pielmeier war als Kantor und Vorsänger mit dabei. Nach dem Einzug konnte Pfarrer BGR Augustin Sperl seine Mitbrüder im priesterlichen Dienst recht herzlich begrüßen. Es waren dies Pfarrer i.R. Johann Six (von 1979 bis 1991 Pfarrer von Miltach), Kaplan Jürgen Josef Eckl (ein Kind der Pfarrgemeinde Miltach), Pater Rockose Kolenchery (er vertritt Pfarrer Sperl bereits seit 6 Jahren während seines Urlaubes) und natürlich den Festprediger und Hauptzelebranten dieses Tages, Domkapitular Thomas Pinzer aus Regensburg.

 

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Der Gast aus der Domstadt zeigte sich sehr erfreut über die Einladung nach Miltach. Ihn verbindet doch einiges mit Miltach, konnte er eine gewisse Zeit seiner priesterlichen Ausbildung im Jahre 1985 bei Pfarrer Six in Miltach verbringen. Mit dieser Zeit verbindet er viele schöne, aber auch unvergessliche Erinnerungen. „In dieser Zeit habe ich zum Beispiel gelernt, den Zwiefachen zu tanzen. Die Schwester von Pfarrer Six, die Cilla, hat mir das im Pfarrhauswohnzimmer, zur Vorbereitung auf den Pfarrjugendfasching, beigebracht.“ Die Texte dieses Tages waren geprägt vom Messformular der 24. Sonntages im Jahreskreis. Diese Bibelstellen bilden aber eine wunderbare Verbindung zum Thema Barmherzigkeit und so konnte leicht ein Bogen zum Heiligen Martin gespannt werden, der durch seine Mantelteilung und die gelebte Barmherzigkeit, als Bischof von Tours, allen Menschen bekannt ist.

 

In seiner Ansprache ging Domkapitular Pinzer noch näher auf die Festanlässe dieses Sonntages ein. Der Geistliche verband das Logo des außerordentlichen Heiligen Jahres genau mit dem Evangelium dieses Tages, dem Guten Hirten, der das verlorene Schaf wiederfindet und es auf seine Schultern nimmt. „Gottes Barmherzigkeit meint, das Verlorene zu suchen und es nach Hause zu tragen.“ so der Priester. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ich gleichermaßen zur Richtschnur für jeden Christenmenschen geworden. Und eben diese Barmherzigkeit gehört zur wahren Identität eines gläubigen Christen. „Der Heilige Martin ist genau ein solcher Mensch gewesen. Er hat sein Schwer, bei der Mantelteilung mit dem Bettler, zu einem Symbol teilender Liebe gemacht. Weil er es geschafft hat, Barmherzigkeit in seinem Leben eine konkrete Gestalt zu geben.“

 

„Was heißt es heute, im Jahr 2016 so zu handeln. Braucht es da eigentlich noch Barmherzigkeit?“ fragte der Priester die versammelten Gläubigen. Seine Antwort war klar; es gibt sie immer noch, die Menschen die suchen nach Wärme, Licht, Zuneigung und Toleranz und nach Heimat. „Gott hat uns eine ganz besondere Gabe der Empathie gegeben, mit dem anderen Mitzufühlen, die Gefühle des anderen wahr zu nehmen. Schon das würde heute ausreichen um unsere Welt zu verändern. Diese Welt (auch im Kleinen hier am Ort) schöner, heller und klarer zu machen. An ihnen liegt es, ob es hier in ihrer kleinen Welt ein wenig mehr Barmherzigkeit gibt.“

 

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Am Ende des Wortgottesdienstes vor der Gabenbereitung brachten vier Gläubige aus der Pfarrgemeinde Miltach in einer kleinen Gabenprozession Symbole und die damit verbundenen Anliegen vor den Altar. Gemeindereferent Franz Strigl brachte die Jubiläumskerze. „Ihr Licht leuchtet still und schenkt Wärme und Geborgenheit. Dieses Licht ist Zeichen für Freundlichkeit und Geborgenheit, für Wärme und für Mitmenschlichkeit, für Menschen, die sich offen zu ihrem Christ sein bekennen.“ Bernhard Wagner als Vertreter der Vereine brachte einen Ziegelstein. Dieses ist Zeichen für das Haus, für das Heim in dem die Menschen wohnen und leben. „Er steht für Schutz und Geborgenheit. Aus solchen Steinen wurde auch dieses Haus gebaut. Es ist unser Haus Gottes. Hier wohnt Gott unter uns und wir dürfen zu ihm kommen mit all unseren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen, mit unseren Bitten und unser Dankbarkeit.“ Annemarie Peintinger brachte des Taufbuch der Pfarrgemeinde. Es steht stellvertretend für alle Matrikelbücher. In den vergangenen 40 Jahren wurden hier in der Miltacher Kirche 646 Kinder getauft, 597 Frauen, Männer und auch Kinder beerdigt und 165 Paare getraut. All diese Menschen sind in Gottes Hand gut aufgehoben. Birgit Holzapfel brachte schließlich einen Strauß bunter Blumen. Dieser Blumenstrauß steht für alle Vereine und Verbände und für die vielen verschiedenen Menschen, die zur Pfarrgemeinde gehören und in ihr mitarbeiten. Durch das dabei sein aller und deren Mitarbeiten entsteht eine lebendige Gemeinde. Bei der folgenden Eucharistiefeier versammelten sich die fünf Geistlichen um den Volksaltar. Nach dem feierlichen Lied „Wer glaubt ist nie allein“ war zunächst die neue Pfarrpraktikantin Stefanie Haimerl an der Reihe, welche sich den versammelten Gläubigen vorstellte. Danach ergriff Kirchenpfleger Christian Röhrl das Wort. Er blickte auf die vergangenen 40 Jahre zurück, dankte den an den Renovierungsarbeiten beteiligten Firmen, allen voran dem Architekturbüro Schnabel & Partner aus Bad Kötzting, vertreten durch Architekten Robert Lindner. Der Kirchenpfleger dankte allen, die sich in den Vorbereitungen zu diesem Festtag eingebracht haben. Besonders auch dem Frauenbund Miltach für den wunderbaren Blumenteppich. Dabei zitierte er wiederum den Satz, den Weihbischof Karl Flügel bei der Weihe der Kirche vor genau 40 Jahren aussprach. Dieser wünschte dem Ort ein lebendiges Zentrum mit der neuen Kirche. „Dann ist diese Kirche aus Stein nicht nur toter Stein, sondern Mitte und Zeugnis einer Kirche aus lebendigen Herzen echter Christen.“ Am Ende des Gottesdienstes war es für Pfarrer BGR Augustin Sperl, Wolfgang Sterr vom Pfarrgemeinderat und für Kirchenpfleger Christian Röhrl eine Selbstverständlichkeit, sich bei Domkapitular Thomas Pinzer für seine würdige und überaus ansprechende Predigt und seinen Besuch in der Regentalgemeinde recht herzlich zu bedanken. Sie überreichten ihm eine im Schloss Miltach getöpferte Schale, eine Kerze, die aus Anlass des Jubiläumsjahres, das Abbild der Miltacher Pfarrkirche trägt und einen guten Tropfen hochprozentiges, den „Miltacher Schlossgeist“. Anschließend lud Kirchenpfleger Christian Röhrl alle Anwesenden zum Pfarrfest in die Mehrzweckhalle ein. Das „Großer Gott wir loben dich“ bildetet den Abschluss der kirchlichen Feier.

 

Danach formierten sich die Vereine mit ihren Fahnen und die Gläubigen zum Festzug zur Mehrzweckhalle. Dieser führte über den St. Martins-Platz und der Wendelingasse durch die Höhenrieder Straße und die Kötztinger Straße zur Festhalle. Hier warteten bereits schmackhafte Speisen, kühle Getränke und süße Kuchen und Torten, um von den Besuchern verzehrt zu werden. Dort entbot schließlich auch Wolfgang Sterr allen seinen ganz besonderen Gruß und wünscht ein paar gesellige und unbeschwerte Stunden unter den Klängen bayerischer Blasmusik von den „Weißblau Königstreuen“ und bei herrlichem, sommerlichem Wetter.

 

Text u. Bilder: Christian Röhrl, Miltach

Fotoserien

Festgottesdienst zum Jubiläumsjahr 2016 (MO, 12. September 2016)

Am Sonntag, 11. September 2016 fand der Festgottesdienst zum Jubiläumsjahr 2016 statt.

Hauptzelebrant war Domkapitular Thomas Pinzer aus Regensburg.

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Veröffentlichung

Mo, 12. September 2016

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